Bluthochdruck behandeln

Wenn Bluthochdruck vorliegt, werden weitere Untersuchungen durchgeführt:

  • Neben einem EKG sind
  • Blut- und Harnuntersuchungen wichtig, um die Funktion der Nieren sowie weitere Risikofaktoren, wie Störungen des Zuckerstoffwechsels oder erhöhte Blutfettwerte, zu erfassen.
  • Spezifischere Untersuchungen überprüfen, ob Eiweiß im Harn nachgewiesen werden kann. Dies deutet auf eine allgemeine Gefäßschädigung hin.
  • Ultraschalluntersuchungen der Halsgefäße und des Herzens geben wertvolle Hinweise auf mögliche Schädigungen eben dieser.
  • Außerdem können Durchblutungsstörungen an den Beinen sowie die Gefäßsteifigkeit der Hauptschlagader gemessen werden.

Normalisiert sich ein erhöhter Blutdruck durch verbesserte Lebensstilmaßnahmen, beispielsweise durch Ausdauertraining,nicht, sollten Sie mit Ihrem Arzt über eine medikamentöse Therapie sprechen. Bei bestehenden Herz-, Gefäß- oder Nierenproblemen oder Diabetes in Kombination mit Bluthochdruck wird eine sofortige medikamentöse Behandlung empfohlen. Für die Blutdrucksenkung steht heute ein großes Angebot sehr unterschiedlich wirkender, nebenwirkungsarmer Medikamente zur Verfügung. Damit kann bei der Mehrzahl jener, die sie einnehmen, der Blutdruck gesenkt werden.

 

Medikamente  bei Bluthochdruck

Es werden hauptsächlich vier Substanzgruppen eingesetzt, die auf unterschiedliche Art wirken:

  • ACE-Hemmer erzielen auf zweifache Weise eine Blutdrucksenkung: Einerseits hemmen sie durch verminderte Bildung des Hormons Angiotensin II den Widerstand der Blutgefäße, denn Angiotensin II bewirkt eine Verengung der feinen Blutgefäße, was zur Erhöhung des Blutdrucks führt. Andererseits verhindern sie, dass der Körper zu viel Salz und Wasser speichert und dadurch ein hoher Druck in den Gefäßen aufgebaut wird.
  • Angiotensin-Rezeptorblocker erreichen die Blutdrucksenkung ebenfalls über Angiotensin II: Sie blockieren die Andockstellen dieses Hormons an den Blutgefäßen. Die Gefäße ziehen sich somit nicht mehr zusammen, und der Blutdruck sinkt.
  • Harntreibende Mittel (Diuretika) bewirken in niedriger Dosierung eine Blutdrucksenkung, indem sie die Gefäße erweitern. In höherer Dosierung sorgen sie durch eine erhöhte Harnproduktion in den Nieren für die vermehrte Ausscheidung von Salz, was ebenfalls zur Blutdrucksenkung beiträgt.
  • Kalziumkanalblocker wirken in erster Linie erweiternd auf die Blutgefäße. Neben der Blutdrucksenkung entlasten diese Medikamente auch das Herz.

 

Zusätzlich gibt es fünf weitere Bluthochdruck-Medikamentenklassen, nämlich Alphablocker, Betablocker, Renin-Antagonisten, Aldosteron-Antagonisten und zentral wirksame Antihypertensiva.

Welches Mittel der Arzt verordnet, um den Blutdruck zu senken, hängt in erster Linie davon ab, ob zusätzliche Risikofaktoren oder Folgeerkrankungen, wie koronare Herzkrankheit oder Herzschwäche, vorliegen. Außerdem ist entscheidend, ob einzelne Medikamentengruppen aufgrund von Begleiterkrankungen nicht oder nur mit Vorsicht eingesetzt werden können, wie beispielsweise Betablocker bei Asthma bronchiale. Harntreibende Mittel eignen sich besonders für die Behandlung bei Herz- oder Nierenschwäche. Ihr behandelnder Arzt wird die Wahl des Medikaments mit Ihnen besprechen!

 

Blutwerte bei Bluthochdruck

Zu Beginn einer medikamentösen Therapie sind manchmal kurzfristige Blutuntersuchungen erforderlich. Längerfristig wird die Blutdrucksituation am besten mit der Blutdruckselbstmessung überprüft. Manche Organe, die durch den erhöhten Blutdruck geschädigt werden können, sollte man etwa einmal jährlich überprüfen, beispielsweise die Nierenfunktion mittels Bluttest, die Eiweißausscheidung im Harn und das Herz mittels EKG. Untersuchungen haben ergeben, dass bei vielen Patienten mit Bluthochdruck das LDL-Cholesterin zu hoch ist. Behandlungsziel ist es daher, sowohl den Blutdruck als auch die Blutfettwerte – zu denen das LDL-Cholesterin gehört – gut einzustellen. Denn dies führt, wie Studien gezeigt haben, zu einer deutlichen Verringerung des Risikos für Herzerkrankungen wie Herzinfarkt und koronare Herzerkrankung sowie für Schlaganfall.