Der Blutdruck wird durch die Schlagkraft und Frequenz des Herzens, die Elastizität und Widerstände der Gefäße und durch die Überlagerung der vom Herzen ausgehenden und der reflektierten Druckwellen bestimmt.
Das Herz nimmt Blut aus den Venen auf und pumpt es in die Lunge, wo es mit Sauerstoff angereichert wird. Danach presst es das Blut in die Arterien. Dieses rhythmische Ausstoßen von Blut in die arteriellen Blutgefäße erzeugt Druckwellen, die reflektiert werden, sich überlagern und die man als Blutdruck messen kann.

Die Rolle der Arterien und Venen

Arterien sind jene Adern, die vom Herzen in den restlichen Körper führen. Sie transportieren das in der Lunge mit Sauerstoff angereicherte und daher hellrote Blut zu den inneren Organen, ins Gehirn und zu den Muskeln. Sie werden auch Schlagadern genannt. Man kann beispielsweise an der Halsschlagader oder der Innenseite der Handgelenke, wo sie gut zu tasten sind, den Puls beziehungsweise die durch den Herzschlag ausgelöste Pulswelle spüren. Direkt am Herzen entspringt die Aorta, der wichtigste Versorgungskanal im Körper. Die Arterien verzweigen sich zu immer feineren Äderchen bis zu den sogenannten Kapillaren – kleine, eng verzweigte Gefäße, die mit freiem Auge nicht sichtbar sind. Sie ermöglichen die Nährstoffversorgung im Körpergewebe und verbinden die Arterien mit den Venen.
Die Venen sammeln das Blut aus den Kapillaren und verbinden sich zu einem Geflecht aus immer dickeren Venen. Diese münden schließlich ins Herz. Sie transportieren Kohlendioxid und Abbauprodukte von den Zellen ab. Das venöse Blut ist sauerstoffarm und dunkelrot und wird wieder zum Herzen zurückgeführt, um dort über den Lungenkreislauf wieder mit Sauerstoff angereichert zu werden.

Der systolische und diastolische Blutdruck

Über die Blutgefäße zirkulieren ungefähr 4–6 Liter Blut 1.440-mal über Arterien und Venen durch den Körper. Abhängig davon, ob wir uns anstrengen oder ruhen, passt sich die Höhe des Blutdrucks an die Situation an. Die Blutgefäße können sich ausweiten und verengen und so das Blut bedarfsgerecht verteilen. Das Gefäßsystem, das das Blut durch den Körper transportiert, ist insgesamt über 100.000 Kilometer lang.
Der Blutdruck setzt sich aus zwei Werten zusammen: aus dem sogenannten „systolischen Blutdruck“ und dem „diastolischen“ Blutdruck. Mit jedem Zusammenziehen des Herzmuskels pumpt die linke Herzkammer Blut in die Hauptschlagader und die Arterien. Der erste Wert, der systolische Blutdruck, entspricht dem Wellenberg, der zum Großteil durch das Ausstoßen des Blutes aus dem Herzen entsteht. Der zweite (und tiefere) Wert, der diastolische Blutdruck, entspricht dem Wellental, das während der Füllungsphase des Herzens, der sogenannten Diastole, entsteht. Diese zwei Werte lassen sich leicht messen. Diese zwei Werte lassen sich gut messen.