In der westlichen Welt stirbt beinahe jeder Zweite an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Herzinfarkt, Herzschwäche oder Schlaganfall, deren häufigste Ursache erhöhter Blutdruck ist. Etwa zwei Drittel aller Schlaganfälle und die Hälfte aller Herzinfarkte lassen sich auf Bluthochdruck zurückführen. Grundsätzlich werden zwei Formen unterschieden: die primäre und die sekundäre Hypertonie. Bei über 90 Prozent der Betroffenen liegt eine primäre oder essenzielle Hypertonie vor. Das bedeutet, dass der Bluthochdruck selbst die Erkrankung darstellt. Bei der sekundären Hypertonie hingegen ist der Bluthochdruck Folgeerscheinung von Erkrankungen anderer Organe, beispielsweise der Nieren oder Nebennieren. Kann die zugrunde liegende Erkrankung erfolgreich behandelt werden, normalisieren sich in der Folge meist auch die Blutdruckwerte.

Schäden an den Blutgefäßen führen zu Herzerkrankungen

Der erhöhte Blutdruck belastet die Gefäße und schädigt dadurch die Gefäßwände. An den beanspruchten Gefäßen können sich fettreiche Ablagerungen, die sogenannten Plaques, bilden. Die Plaquebildung wird durch andere Risikofaktoren wie Rauchen, hohe Blutfette oder erhöhten Blutzucker noch verstärkt. Solche Gefäßschäden führen mit der Zeit zu Verengungen der Gefäße. Zusätzlich verlieren die Hauptschlagader und die großen Arterien ihre Elastizität. Die Kombination beider Mechanismen führt schließlich zu Erkrankungen des Herzens (Durchblutungsstörungen, Angina Pectoris, Herzinfarkt, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen), der Nieren, der Hauptschlagader (Aorta) und der arteriellen Gefäße der Beine. Auch das Gehirn kann davon betroffen sein: Der Großteil aller Schlaganfälle wird durch Bluthochdruck verursacht. Mit speziellen Untersuchungsmethoden lassen sich Gefäßschäden bereits nachweisen, bevor sie Beschwerden verursachen – regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind daher sehr empfehlenswert.

Die Blutdruckwerte

Wichtig ist, dass der Blutdruck mehrmals zu unterschiedlichen Tageszeiten gemessen wird, bevor eine arterielle Hypertonie diagnostiziert werden kann. Falls ein erhöhter Blutdruck vorliegt, sollte dieser behandelt werden, denn ohne Therapie wird der Blutdruck immer weiter steigen und kann zu Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall führen. Bereits bei Werten zwischen 130 und 140 systolisch und zwischen 85 und 89 diastolisch sollte durch Lebensstilmaßnahmen eingegriffen werden, um das Erkrankungsrisiko zu verringern.bevor eine arterielle Hypertonie diagnostiziert werden kann. Falls ein erhöhter Blutdruck vorliegt, sollte dieser behandelt werden, denn ohne Therapie wird der Blutdruck immer weiter steigen und kann zu Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall führen. Bereits bei Werten zwischen 130 und 140 systolisch und zwischen 85 und 89 diastolisch sollte durch Lebensstilmaßnahmen eingegriffen werden, um das Erkrankungsrisiko zu verringern.

Die internationalen Richtlinien beziehen sich auf gelegentliche Messungen beim Arzt und bewerten die Arztmessungen wie folgend:

Blutdruckwerte bei Arztmessung sind:

  • optimal: < 120/< 80
  • normal: 120–129/80–84
  • hochnormal: 130–139/85–89
  • Grad-1-Hypertonie: 140–159/90–99
  • Grad-2-Hypertonie: > 160/> 100
  • übliche Zielwerte: < 140/< 90

Für Selbstmesser gilt diese Regel nicht für den Einzelmesswert, sondern für den Mittelwert, der aus 30 oder mehr Messwerten errechnet wird. Die Mittelwert-Berechnung führen viele Selbstmessautomaten oder Blutdruck-Apps durch.

Bluthochdruck: Ungesunder Lebensstil und hormoneller Einfluss

Die Mehrheit der Menschen hat eine erbliche Veranlagung zu erhöhtem Blutdruck, die durch den industrialisierten Lebensstil und fortgeschrittenes Lebensalter aktiviert wird: Übergewicht, fettreiche Ernährung, viel Salz und erhöhter Blutzucker, zu wenig Bewegung und zu viel Stress sind Risikofaktoren für Bluthochdruck.Darüber hinaus beeinflussen Hormone den Blutdruck, und daher steigt bei Frauen in den Wechseljahren, wenn weniger Hormone zirkulieren, der Blutdruck. Die weiblichen Hormone erweitern und schützen die Gefäße. In der Menopause sinken die weiblichen Hormone und damit auch ihr Gefäßschutz. Auch die häufige Gewichtszunahme ab dem 50. Lebensjahr dürfte eine Rolle für das Entstehen von Bluthochdruck spielen. Hinzu kommt, dass Arterien mit dem Alter an Elastizität verlieren.